Nachtrag zum Deutschlandtag der Jungen Union

Nachtrag zum Deutschlandtag der Jungen Union in Coburg

rtzujt

Am ersten Dezemberwochenende trafen sich Vertreter_innen der Jugendorganisation von CDU und CSU um in ihren Identitätsgefühlen zu schwelgen und sich selbst in ihrem verwirrten Geiste zu bestärken. Innenmister Herrmann glänzte als Gastredner nicht nur mit dem Mantra der Begrenzung von Flüchtlingszahlen sondern auch mit Brettern wie „Deutschland muss sich nicht ändern das ist grober Unfug. Deutschland bleibt Deutschland.“
Die Söhne und Töchter des bayrischen Urvaters Seehofer, klatschten begeistert Beifall.
Montags, Kartoffelschaulaufen – und am Ende der Woche kann man wieder die brennenden Asylunterkünfte zusammen zählen; nein Deutschland muss sich definitiv nicht ändern in Deutschland ist alles in Ordnung. Deutsche Ordnung, eben.
Und wenn sich der Chef der Partei mit bekennenden Faschisten wie Orban trifft, ist das auch keinstenfalls problematisch oder kritikwürdig.

Deutschland bleibt Deutschland – doch genau das gilt es zu verhindern

Es ist Futter für den Fremdenhass wenn gewählte, etablierte Parteien ihre braune Polemik als gehaltvolle, legitime Argumentation innerhalb eines demokratischen Diskurs sehen und verwenden. Es ist verantwortungslos, in Anbetracht dessen, dass diese Vorgänge in zahlreichen anderen Ländern Europas gerade von statten gehen. Doch genau wenn nationalistische, menschenverachtende Werte und Prinzipien institutionalisiert werden, ist der Weg zum Faschismus nicht mehr weit.

“”aber wir müssen uns auch mit dieser fanatischen und intoleranten Ideologie auseinandersetzen”. Seien die Toleranten zulange duldsam gegenüber des Fanatismus, “dann kann der Tag kommen, wo fanatische Intolerante die Macht übernehmen und die Toleranten gar nichts mehr zu sagen haben”. So etwas wolle man nie wieder haben, sagte Joachim Herrmann mit Hinweis auf die deutsche Geschichte mit den leidvollen Erfahrungen des Nationalsozialismus.” (infranken.de)
Der Weg in eine konservativere, reaktionäre Gesellschaft kann nicht die Lösung sein um gegen fanatische Strömungen vorzugehen. Derlei Ansichten verschliesen die Augen vor der Möglichkeit, dass sich aus der eigenen Ideologie und Position Fanatismus entwickeln kann. Dass genau das aber der Fall ist zeigt sich aktuell in allen Ecken Deutschlands: brennenden Flüchtlingsunterkünfte und direkte Angriffe auf Menschen aufgrund deren Herkunft sind dabei nur die offensichtlichsten Beweise dafür, dass sich genau aus der Argumentation der CSU faschistische Handlungen und Denkweisen entwickeln können. Religöser und rassistischer Fanatismus ist mit einer freien und aufgeklärten Gesellschaft zu bekämpfen, eine solche steht grundsätzlich gegen fundamentalistische Ideologien, sowohl den “christlichen” der CSU als auch aller anderen Religonen. Die Idee einer solchen Gesellschaft, durch die Unterstellung “blinder Toleranz”, zu verunglimpfen dient dabei dann letztlich nur dazu das eigene Handeln und Denken zu legitimieren.

Es gibt keine deutsche Zukunft, denn das was ihr mit deutsch identifiziert widerspricht der Bedeutung der Wortes Zukunft!

Advertisements